UX Basics to go: Der Prototyp

In der Kategorie UX Basics to go stellen wir unterschiedliche User Experience und Usability Begriffe vor. Genau das Richtige für alle, die sich in Kürze Grundwissen rund um das Thema UX aneignen möchten.

Heute geht’s um: Prototypen und Testen

Prototyp… woran denken Sie bei diesem Begriff? An Autos? Oder vielleicht an Roboter?
Das ist alles richtig, aber auch im Bereich der UX Forschung spielt Prototyping eine wichtige Rolle.

Nach der offiziellen Definition des UXQB versteht man unter einem Prototyp…

…eine Repräsentation von Teilen oder des gesamten interaktiven Systems, die in einem bestimmten Maße für Analyse, Design und Usability Evaluierung benutzt werden kann. (UXQB: International Usability and User Experience Qualification Board)

Apropos interaktives System, für die Usability Neueinsteiger unter Ihnen gibt’s heute gleich zwei UX Basics to go: UXQB beschreibt ein interaktives System als eine Kombination aus Hardware, Software und Dienstleistungen, mit der Benutzer interagieren, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Prototyp gleich Prototyp?

Wussten Sie, dass bereits diese rudimentäre Konstruktion aus Papier, Stiften und Post-Its als Prototyp für einen Usability-Test dienen kann?
Das können Sie sich nicht vorstellen? Dann sehen Sie sich dieses Video an:

Paper prototyping – Simulation eines interaktiven Systems auf Papier.

Es gibt unterschiedliche Arten von Prototypen – diese unterscheiden sich in ihrer Fidelity, sprich der Detailtiefe und Funktionalität. Auf dem nachfolgenden Bild sehen Sie links einen sogenannten Low-Fidelity Prototyp. Dieser soll primär auf Funktionalität, weniger auf visuelle Gestaltung testen. Low-Fidelity Prototypen lassen sich innerhalb weniger Augenblicke aktualisieren. Neue Ideen können rasch implementiert, durch Nutzer aufgedeckte Probleme umgehend behoben werden.

Low- und High-Fidelity Prototyp(Quelle: Mockplus)

Ganz rechts befindet sich ein High-Fidelity Prototyp, der dem fertigen interaktiven System bereits ähnelt. Fallen Ihnen auch die vielen Farben, Stilelemente und Interaktionsmöglichkeiten auf? Dementsprechend ist dieser Prototyp mit deutlich mehr Zeitaufwand und Kosten verbunden.

Welcher Prototyp ist sinnvoller?

Welcher Prototyp sich besser eignet, hängt also ganz vom Entwicklungsstand der Website/ App und vom individuellen Ziel des Kunden ab. Einerseits gilt: Je früher ein interaktives System auf Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität getestet wird, umso besser. Denn Änderungen sind hier noch relativ kostengünstig vorzunehmen. Andererseits hilft ein High-Fidelity Prototyp dem Nutzer in den realen Nutzungskontext abzutauchen. Er stößt hier schon auf Probleme, die bei der späteren Nutzung der Webseite auftreten können.

UX-Interesse geweckt?

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Anna Katharina Borufka
Anna Katharina Borufka
Anna ist bei Facit Digital spezialisiert auf quantitative Marktforschung. Neben ihrer Begeisterung für statistische Methodenforschung und ihre Anwendungen, ist sie auch offen für kreative Herangehensweisen, wenn es beispielsweise darum geht neue Konzepte gemeinsam mit Nutzern und Kunden zu entwickeln. /// Anna is specialized in quantitative market research at Facit Digital. In addition to her enthusiasm for statistical methods and its applications, she is also open to creative approaches when it comes to developing new concepts together with users and clients.