UX Basics to go: Usability Reife (Part 2)

In unserem letzten Blogartikel konnten Sie erfahren, was unter dem Begriff „Usability Reife“ zu verstehen ist. Wir haben Sie mit den Reifegraden „unvollständig“, „ausgeführt“, „gemanagt“ und „optimierend“ vertraut gemacht.

Alles schön und gut – aber wie schaffen Sie es, dass Ihr Unternehmen tatsächlich „reifer“ wird in Bezug auf Usability? Wie kann sich ein Unternehmen von Reifegrad 1 (unvollständig) bis hin zu Reifegrad 4 (optimierend) entwickeln?

Was Sie tun können, um Ihr Unternehmen „reifen“ zu lassen:

Zunächst muss das Bedürfnis nach Veränderung entstehen. Dies geschieht häufig dann, wenn ein Unternehmen beispielsweise vermehrt negatives Kundenfeedback erhält. Auch wenn die Entwicklung von einem Reifegrad zum nächsten nicht in einem Tag geschieht, lohnt es sich daher für ein Unternehmen, diese Zeit einzuplanen um z.B. negatives Kundenfeedback zu minimieren.

Von Stufe 1 zu Stufe 2

Um Ihr Unternehmen vom 1. Reifegrad (unvollständig), in den 2. Reifegrad (ausgeführt) zu befördern, reicht es schon aus, wenn Einzelpersonen versuchen, ein Bewusstsein für User Experience (UX) zu schaffen. Es werden erste Bemühungen unternommen, Usability und UX in Prozesse des Unternehmens zu integrieren.

Von Stufe 2 zu Stufe 3

Wie genau läuft so etwas ab? In Reifegrad 2 planen engagierte Einzelpersonen, zum Beispiel der Produktdesigner, Usability Tests. Zu diesem Zeitpunkt werden noch Mitarbeiter als Testpersonen eingesetzt. Um den Impact der Usability Tests zu erhöhen, werden wichtige Stakeholder mit an Bord geholt und in Planung und Durchführung der Tests eingebunden. Das Vorgehen zur Testentwicklung und zur Testdurchführung wird dokumentiert, ebenso wie spätere Testergebnisse. Diese Dokumentationen werden dann mit einer möglichst großen Anzahl an Stakeholdern geteilt, um möglichst viele innerhalb des Unternehmens von der Wichtigkeit von UX für das Unternehmen zu überzeugen. Das bedeutet nicht, dass beim ersten Anlauf alles funktioniert. Umso mehr positive Ergebnisse entstehen, desto leichter ist es aber, Kollegen und Entscheidungsträger von der Integration von Usability und UX zu überzeugen.

Sobald dies geschehen ist, und ein Unternehmen die Wichtigkeit des menschzentrierten Gestaltungsprozesses erkannt hat, werden Ressourcen (Budget und Personal) für UX-Tests zur Verfügung gestellt. Wir befinden uns jetzt im 3. Reifegrad (gemanagt).

Von Stufe 3 zu Stufe 4

Ein UX Management Team kann installiert werden, das für alle UX-Themen verantwortlich ist und projekt- und abteilungsübergreifend arbeitet. UX ist jetzt fester Bestandteil des Unternehmens.

Im höchsten, 4. Reifegrad (optimierend), denkt, hört und fühlt ein Unternehmen User Experience. „Der Prozess zur menschzentrierten Gestaltung wird kontinuierlich verbessert, um auf Veränderungen zu reagieren, die sich aus organisatorischen Zielen ergeben.“ (UXQB Curriculum) UX ist hier Teil der Unternehmensstrategie. Durch die fortlaufende Optimierung der Prozesse können Geschäftsziele besser unterstützt werden, wodurch die Effektivität und Effizienz gesteigert werden kann.

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Franziska Michels
Franziska Michels
Wie nehmen Menschen ein Interface wahr? Welche Art der Bedienung begeistert? Was geht in Nutzern vor, während sie ein Produkt zum ersten Mal nutzen? Das sind Fragen die Franziska mit ihrem Background der Psychologie und Cognitive Neuroscience beschäftigen. /// How do people perceive an interface? What kind of user interface inspires? What is going on in users while they are using a product for the first time? These are questions that Franziska deals with in her background in psychology and cognitive neuroscience.