UX Basics to go: Usability Reife (Part 1)

In der Kategorie UX Basics to go stellen wir unterschiedliche User Experience und Usability Begriffe vor. Genau das Richtige für alle, die sich in Kürze Grundwissen rund um das Thema UX aneignen möchten.

Heute geht’s um: Usability Reife

Während das Bewusstsein um die Wichtigkeit von Usability in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, steckt die Integration und Etablierung menschzentrierter Gestaltungsprozesse in Organisationsstrukturen häufig noch in den Anfängen. Oder haben Sie sich schon einmal bewusst die Frage gestellt, wie aufgeschlossen Ihr Unternehmen gegenüber Usability-Aktivitäten und -Befunden ist?

Eine Antwort auf diese Frage könnte Ihnen die Einordnung in ein Usability Reifegrad-Modell geben.

Wie häufig bei Modellen üblich, gibt es nicht „das EINE“ Modell. Wir möchten Ihnen in diesem Artikel das 4-stufige Usability Reifegrad Modell des International Usability and UX Qualification Boards (kurz: UXQB) vorstellen. Je nachdem, wie granular die Einstufung erfolgen soll, findet man zu diesem Thema aber auch ein 5-, 6- oder sogar 7-stufiges Modell.

Nach der offiziellen Definition der UXQB versteht man unter dem Begriff Usability Reife:

Das Verständnis und die Umsetzung eines systematischen Prozesses menschzentrierter Gestaltung in einer Organisation.

Die Einbindung menschzentrierter Prozesse in bestehende Organisationsstrukturen erfolgt in der Regel nicht von heute auf morgen, sondern stufenweise. Die UXQB hat in diesem Zusammenhang ein Modell entwickelt, welches die Stufen der Usability Reife in der Organisation beschreibt.

Insgesamt besteht das Modell aus den folgenden 4 Stufen:

 

Stufe 1 „Unvollständig“: Das Bewusstsein ist gegebenenfalls schon vorhanden, der Wille zur Umsetzung fehlt noch.

Auf dieser Stufe ist der menschzentrierte Prozess nicht umgesetzt oder erreicht seinen Prozesszweck noch nicht. Es gibt also nur wenige Anzeichen dafür, dass der menschzentrierte Prozess systematisch zu Erfolgen führt. Projektmanager stufen Usability zwar als wichtig ein, wenn es allerdings darum geht, Ressourcen (Geld, Zeit etc.) zur Verfügung zu stellen, muss alles nochmal stark hinterfragt werden. Usability ist ok, solange sie kostenfrei zu haben ist, aber niemand hat sich darauf verpflichtet, sie zu liefern.

Stufe 2 „Ausgeführt“: Enthusiasmus zahlt sich aus. Erste Ad Hoc-UX-Projekte werden realisiert.

Im zweiten Reifegrad wird der menschzentrierte Gestaltungsprozess von einzelnen Personen in der Organisation vorangetrieben. Der Prozess ist aber noch nicht vollständig auf der Organisationebene angekommen und etabliert.

Stufe 3 „Gemanagt“: Prozesse menschzentrierter Gestaltung werden fester Bestandteil auf Organisationsebene.

Das Fundament ist vorhanden und der Prozess zur menschzentrierten Gestaltung ist in einer geführten Weise implementiert. Der Prozess wird auf Organisationsebene geplant, überwacht und angepasst. Usability ist nicht länger „nice-to-have“ sondern „must-have“.

Stufe 4 „Optimierend“: Usability ist ein fester Bestandteil der Organisationsstrategie.

Der Prozess zur menschzentrierten Gestaltung ist ein integraler Bestandteil der Organisationskultur geworden. Die entwickelten Prozesse werden kontinuierlich verbessert, um auch auf Veränderungen reagieren zu können.

Also, wo steht Ihr Unternehmen?

Nachdem Sie das 4-Stufen-Modell kennengelernt haben, können Sie nun besser einschätzen, in welchem Bereich Sie sich mit Ihrem Unternehmen bewegen. Alle, die mit der Reife des eigenen Unternehmens noch nicht zufrieden sind, können hier nachlesen, wie man diese auch in der Praxis vorantreiben kann.

UX-Interesse geweckt?

Sie wollen direkt tiefer in die Materie der Usability einsteigen und den Prozess zur menschzentrierten Gestaltung auch in Ihren Unternehmen mehr Gewicht geben? Vielleicht haben Sie dann Interesse an unserem Facit Digital User Experience Seminar: In diesem zweitägigen Training können Sie alle Grundkenntnisse rund um Usability und User Experience erlangen. Weitere Infos unter uxtraining@facit-group.com.

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Dörte Maasch
Dörte Maasch
Dörte ist Consultant bei der Facit Digital und hat sich spezialisiert auf qualitative Methoden. Ihr ist es wichtig, den Nutzer frühmöglich mit ins Boot zu holen, um die optimale User Experience zu erreichen. /// Dörte is a consultant at Facit Digital and specialises in qualitative methods. It is important to her to get the user on board as early as possible in order to achieve the optimal user experience.